Armeechef Rebord tritt per Ende 2019 zurück

Di, 16. Apr. 2019

Armeechef Rebord tritt per Ende 2019 zurück. Der 62-jährige Korpskommandant nennt als Gründe eine Thrombose und ein Hüftgelenk. Noch 2018 war seine Kommandozeit um ein Jahr auf Ende 2020 verlängert worden. Jetzt zieht Rebord die Konsequenzen aus seiner gesundheitlichen Lage. Das Land verliert Ende Jahr einen kompetenten, tüchtigen Armeechef.

Nach einer geradlinigen Laufbahn übernahm Philippe Rebord am 1. Januar 2017 von André Blattmann den höchsten Posten, den die Armee zu vergeben hat.

WEA und «Air2030»
KKdt Blattmann hatte die Armee vom Sommer 2008 energisch aus ihrem damaligen Tief herausgeführt und übergab sie seinem Nachfolger in gefestigtem Zustand. Der Walliser Rebord führte Blattmanns Werk zielstrebig, klug und integer fort.

Dass er das Amt jetzt aus eigenem Antrieb abgibt, ist zu bedauern. Als zentralen Auftrag übernahm der gelernte Infanterie-Offizier die Weiterentwicklung der Armee, der er zu Recht ein Hauptaugenmerk widmet. Ebenso stark setzt sich Philippe Rebord für das Projekt «Air2030» ein, dass er in seinen öffentlichen Auftritten, aber auch in überzeugenden Einzelgesprächen tatkräftig vorantreibt.

Das Rüstzeug für CdA
Nach mehr als drei Jahrzehnten als Berufsoffizier brachte der damalige Divisionär Rebord im Dezember 2016 das Rüstzeug zum Armeechef mit, als er in Murten am Seeufer das Amt übernahm.

Er hatte in Lausanne Geschichte studiert und vor der Wahl zum CdA die Rekrutierung, die Infanteriebrigade 2 und die Höhere Kaderausbildung kommandiert. Alle diese Positionen hatte er kompetent und erfolgreich ausgeübt. Er machte sich einen Namen auch als Kommunikator.

Was zu denken gibt
Wieder verlässt ein CdA die Kommandobrücke unter Umständen, die zu denken geben. Von den vier bisherigen Armeechefs trat am 31. Dezember 2007 einzig der erste, Christophe Keckeis, ohne Nebentöne in den Ruhestand:
• Roland Nef, der zweite CdA, nahm im turbulenten Sommer 2008 mitten in einer akuten Krise den Hut.
• André Blattmann, der dritte CdA, hätte es absolut verdient gehabt, am 31. Dezember 2017 zurückzutreten. Aufgrund undurchsichtiger Einflüsterungen entliess ihn der damalige VBS-Chef ein Jahr zu früh – unverständlich.
• Jetzt scheidet ein Offizier aus, dessen sichere Kommandoführung von einem einzigen Fehler überschattet wurde, der jedoch nie und nimmer so schwer wiegt, dass er einen Rücktritt rechtfertigt.

Ach so populäres Mili-Toto
Wie Rebord am 4. April 2019 darlegte, waren es denn auch gesundheitliche Gründe, die ihn zum Rücktritt veranlassten. Nach einer überwundenen Venenthrombose traten Schmerzen an einem Hüftgelenk auf.

Schon geht jetzt das ach so populäre Mili-Toto los: das Kaffeesatz-Lesen zur Nachfolge. Als Fachzeitschrift halten wir uns da heraus. Nur soviel sei gesagt: Unter den Höheren Stabsoffizieren haben mehrere das Zeug zum Armeechef.

Findungskommission
Eine Schlüsselrolle kommt der VBS-Chefin Viola Amherd zu. Sie ist es, die mit dem künftigen Armeechef vertrauensvoll zusammenarbeiten soll. Vor der Presse dankte sie Rebord für die frühe Ankündigung seines Rücktritts, was es erlaube, die Nachfolge ohne Zeitdruck zu regeln.

Bundesrätin Amherd setzt nun eine Findungskommission ein, die ihr Namen von geeigneten Nachfolgern unterbreiten soll. Gewiss wird sie dem Bundesrat einen tüchtigen Offizier als fünften Chef der Armee vorschlagen. fo.
SOG-Mitteilung siehe Seite 63

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