Baumgartner in der Hall of Fame der National Defense University

Di, 16. Apr. 2019

Die National Defense University, Washington, D.C., ehrt KKdt Daniel Baumgartner und nimmt ihn als ersten Schweizer in ihre International Hall of Fame auf. Vizeadmiral Frederick J. Roegge, der Direktor der Universität, leitete die Feier, bei der KKdt Baumgartner für die Ehrung in einer Rede dankte. Beim anschliessenden Truppenbesuch beim United States Army Recruiting Command im Fort Knox, Kentucky, profitieren beide Armeen vom intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Aus Washington berichtet Div Peter Wanner, Verteidigungsattaché USA und Kanada

Die International Hall of Fame wurde vor 20 Jahren am 1. April 1999 gegründet. Durch die Aufnahme sollen diejenigen ehemaligen Absolventen der National Defense University geehrt werden, die durch militärische Verdienste die höchsten Positionen in den Streitkräften ihrer Herkunftsnation erreicht haben.

Der erste Schweizer
KKdt Daniel Baumgartner ist der erste Schweizer Offizier, der in die International Hall of Fame aufgenommen wurde. Er folgt auf bereits 65 Geehrte aus anderen Nationen.

Die Laudatio im Wortlaut: «The United States Defense University, Fort McNair, Washington, D.C., in recognition of outstanding military achievement, hereby inducts into the United States National Defense University International Fellows Hall of Fame Lieutenant General Daniel Baumgartner, Former Commander of the Swiss Land Forces, Switzerland, by order of Vice Admiral F. J. Roegge, USN, 16th President, National Defense University, dated the 11th day of March 2019.»

Besuch in Kentucky
Nach einer herzlichen Begrüssung durch den Commander US Army Recruiting Command, Major General Muth, im HQ in Fort Knox (Kentucky), führte er KKdt Baumgartner durch die Präsentationen. Die Diskussionen ergaben einen guten Einblick in die Rekrutierung des Heeres und deren Herausforderungen.

Ein Höhepunkt war der Einblick in den Unterricht von zukünftigen Recruiters.

Der Gast hob engagiert die Bedeutung der Rekrutierung in der Schweiz wie auch diejenige für die US Army hervor.

Bindung an die Army
Insbesondere der Umstand, dass die überwiegende Mehrheit der Recruiters sich nicht freiwillig zu dieser Aufgabe gemeldet hatte, macht die Rekrutierung von 2000 (nicht der allgemeinen Wehrpflicht unterstehenden!) Soldaten pro Woche für die US Army nicht einfacher. Der Gewinnung der richtigen Soldaten wird höchste Priorität eingeräumt. Basis zum Erfolg dazu ist ein entsprechend geschultes und motiviertes Rekrutierungspersonal. Eine Anstrengung der US Army lohnt sich im Bereich der Bindung: Kurse zur Retention (Bindung von Soldaten im Dienst) helfen mit, den Druck auf die Rekrutierung zu mindern. Für jeden Soldaten, der seinen Dienst verlängert, muss nicht unmittelbar ein anderer rekrutiert werden.

Werben um die Talente
Zum Schluss wurde Baumgartner ein Einblick in eine lokale Rekrutierungsstation in einem Aussenbezirk von Louisville gewährt. Interessierte Jugendliche werden nach dem Prinzip des step-in in Räume eines Einkaufzentrums empfangen und über die Möglichkeiten in der US Army informiert.


Emotionaler Höhepunkt

Als ein junger Erwachsener mit seiner Freundin spontan hereintrat und sich in der US Army anstellen liess, war der emtionale Höhepunkt erreicht.


Sport: Anforderungen

Die Rekrutierungsbasis wird zusätzlich geschmälert, weil besonders im sportlichen Bereich hohe Anforderungen vor Eintritt in die Army erfüllt sein müssen.


Über die Social Media

Das Gros der Rekrutierungsarbeit findet in den Schulen statt. Natürlich werden die Jugendlichen auch über die bekannten Social Media beworben.


Attaché in USA/Kanada

Am 10. April 2019 ernannte der Bundesrat KKdt Daniel Baumgartner zum Verteidigungsattaché für die USA und Kanada mit Sitz in Washington.

Zu dieser Ernennung ist der Zeitungstitel «Korpskommandant nach Spesenskandal versetzt» deplaciert. Generell erfüllen unsere Attachés bedeutsame Missionen, und die USA und Kanada stehen mit europäischen Ländern an der Spitze. Allein schon in der Rüstung gehören die USA zu den wichtigen Partnern der Schweiz.

Als Daniel Baumgartner die Bundesrätin Amherd per Ende 2019 um Ablösung als Ausbildungschef bat, hielt er der Chefin VBS alle Optionen offen. Von einer Versetzung wider Willen kann nicht die Rede sein.

Ein Augenmerk ist zudem auf Divisionär Peter Wanner zu richten, bis Mitte 2020 auf dem Posten in Washington. Er gehört zu den erfahrensten Schweizer Attachés und Militärdiplomaten: Er führte die IBV, die Internationalen Beziehungen Verteidigung, und legte als VA in Rom für die Schweiz Ehre ein, als ihn das Attachécorps einstimmig zum Doyen wählte.

Wanner bewährte sich in Italien, in der schwierigen Seitenakkreditierung Israel und jetzt seit zwei Jahren in USA. Eine angemessene Folgeverwendung des vorzüglichen Offiziers wird der Schweiz gut anstehen.

 

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